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Wie sollen sie IHN anrufen, wenn sie nicht an IHN glauben?

Wie sollen sie an IHN glauben, wenn sie von IHM nichts gehört haben?

Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?                   aus Röm. 10, 13-17

Denn wenn er auch gekreuzigt worden ist in Schwachheit, so lebt er doch in der Kraft Gottes. Und wenn wir auch schwach sind in ihm, so werden wir uns doch mit ihm lebendig erweisen an euch in der Kraft Gottes.   

         2.Kor.13,4

In der Stadt Lubumbashi lebte im Jahr 1960 ein alter Pastor. Sein Name war Joao. Er beobachtete, dass zu den Gottesdiensten seiner kleinen Gemeinde auch immer wieder Gehörlose kamen. Pastor Joao hatte Mitleid mit den Gehörlosen, denn das Leben eines Gehörlosen in den 50ger Jahren des vorigen Jahrhunderts war in Afrika nicht leicht. Man wusste nichts über Gehörlosigkeit. Es gab keine Gehörlosenschulen. Man wusste nicht, dass auch Gehörlose Schreiben, Lesen und Sprechen lernen konnten, dass sie einen Beruf lernen und zu einem selbständigen Leben fähig sind, wenn sie die Chance dazu bekommen.

Pastor Joao betete ausdauernd für die Gehörlosen in Lubumbashi. Aber er selbst sah keine Möglichkeit den Gehörlosen zu helfen.

Bis eines Tages ein schwarzer Mann bei Joao an die Haustür klopfte. Joao hat ihn hereingelassen. Der Mann stellte sich dem Pastor als US-Amerikaner und Gehörloser vor. Er kommt von der Christian Mission for the Deaf Africans (CMD). Dem überraschten Pastor teile er mit, dass es sein Anliegen war, dass Gehörlose in Afrika in einer Spezialschule für Gehörlose eine Schulbildung bekommen. Sie sollen auch die frohe Botschaft vom Heil in Jesus Christus hören. Dieser Mann war Andrew Foster. Er versuchte nun in Lubumbashi den Gehörlosen zu helfen.
    Da war Joao plötzlich klar, dass der Geist Gottes ihn vor­bereitet hatte. Sofort war er bereit, mitzuhelfen. Er stellte dafür seine Schule zur Verfügung. An unterrichtsfreien Nachmittagsstunden konnten dort gehörlose Schulkinder Unterricht bekommen.
    Andrew Foster suchte dann in der Gemeinde hörende Lehrer, die bereit waren sich zu Gehörlosenlehrer ausbilden zu las­sen. In einer speziellen Ausbildungsstätte in Nigeria erhielten sie diese Ausbildung. Nach der Ausbildung mussten sie erst gehörlose Kinder in der Umgebung suchen. Niemand wusste wo Gehörlose wohnten. Eine elektronische Datenerfassung der Meldeämter gibt es in der Demokratischen Republik Kongo nicht. Dort gibt es auch keine Sozialämter, die sich um Behinderte kümmern. So war es ein mühsamer Anfang.
    Nach und nach ist die Zahl der gehörlosen Schulkinder gestiegen. 1987 besuchten ca. 70 gehörlose Kinder die Schule. Der höheren Schülerzahl entsprechend mussten mehr Lehrer zu Gehörlosenlehrer ausgebildet und eingestellt werden.
    Zu bedenken ist: In eine Schule für hörende Kinder kann das gehörlose Kind nicht gehen. Durch das fehlende Gehör kann es dort dem Unterricht nicht folgen. Man würde es als dumm einstufen. Damit wäre dem gehörlosen Schulkind gar nicht geholfen. Eher kämen noch mehr Schwierigkeiten auf dieses Kind zu.
    Weil viele gehörlose Kinder einen sehr weiten Schulweg haben, erhielt die Gehörlosenschule von der CMD einen eigenen "Schulbus“. Dies war auch dem unermüdlichen Einsatz von Andrew Foster zu verdanken.
    Manche Gehörlose versuchten, sich im Leben irgendwie selbst zu helfen. Sie verließen das Elternhaus und gingen auf die Straße. Dort suchten sie irgendeine Arbeit oder fingen an zu betteln. Die Gebärden der Gehörlosen beim Sprechen und das Verhalten verwirrten die Hörenden. Sie wurden falsch verstanden, verlacht und verstoßen. Oft erlebten sie dabei Enttäuschungen.
    Wenn ein Gehörloser in eine Gehörlosenschule kam, erlebte er Hilfe und Wertschätzung, wurde angenommen und verstanden. Er brauchte nicht zu befürchten, dass er dort ausgelacht wird wegen seiner „komischen“ Sprache. Wenn der Gehörlose krank wurde, ging er ebenfalls zum Direktor und sagte ihm, wo es „weh“ tut. Auch wegen Kleidung, Körperpflege, und in Lebensfragen wendeten sich die Gehörlosen an ihn.
    Unterrichtet wurde zuerst in dunklen Klassenräumen. Die Fenster sind zum Schutz vor Einbrecher vergittert. Sie ließen nur wenig Licht durch. Das Wellblech auf dem Dach hatte durch Rostfraß viele Löcher. An sonnigen Tagen wird es im Klassenraum sehr heiß. Bei Regen kam Wasser durch die Löcher des Wellblechs in die Schulräume. Das Unterrichtsmaterial konnte deswegen nicht in den Schulräumen aufbewahrt werden. Die Lehrer mussten das schwere Schulmaterial täglich zwischen der Schule und ihrer Wohnung hin- und her schleppen. Die Schüler haben nur ein Heft für alle Unterrichtsfächer.
    Der Direktor oder die Gehörlosenlehrer, gläubige und von der Liebe Gottes geprägte Menschen, sind oft Ersatz für Vater und Mutter. Der Direktor und die Lehrkräfte bemühen sich, das Vertrauen der Gehörlosen zu gewinnen. Sie sind praktisch die einzigen Personen, die Gehörlose verstehen und ihnen helfen können. Mit großer Geduld bringen die Lehrer den Gehörlosen Sprechen und Lippenablesen bei. Sie wollen im Rahmen ihrer Möglichkeit die gehörlosen Kinder in ihrer Schule fördern. So können die Gehörlosen zu selbständigen Menschen heranwachsen. Sie haben die gleichen Lebensbedürfnisse wie alle, von Gott geschaffenen, Menschen. 

    1987 kam Andrew Foster, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er war bis zum letzten Atemzug bemüht den Gehörlosen Kindern in Afrika zu helfen. Er hat in 13 Ländern Afrikas 33 Gehörlosenschulen eröffnet. Nach dem unerwarteten Heimgang von Andrew Foster gingen die Spendeneingänge an die CMD zurück. Es konnten nicht mehr alle Gehörlosenschulen finanziell unterstützt werden.

    Martin Vedder von der Zentralafrika Mission e.V. (ZAM e.V.) hatte Andrew Foster gut gekannt. Als Martin Vedder von seinem Tod erfuhr, war er sofort bereit, fünf Schulen in der DR Kongo (damals Zaire) zu übernehmen. Er wollte die Gehörlosenschulen vor einer Schließung bewahren. Zwischenzeitlich suchte er gehörlose Mitarbeiter, die eines Tages diese Gehörlosenschulen in eigener Verantwortung übernehmen konnten. 1996 war es dann soweit. Eine Delegation gehörloser Christen aus Deutschland und der Schweiz reiste nach Zaire und besuchte die   Gehörlosenschulen in Lubumbashi, Kolwezi und Kamina. Ihnen war vor Ort sofort klar, dass diese Schulen weiterhin Unterstützung brauchen. Nach der Rückkehr von der Reise regte Martin Vedder an, dass die Gehörlosen eine eigene Mission gründen. Gehörlose kennen die Problematik der Gehörlosen besser. Nach reichlichen Gesprächen und Überlegungen kam es zur Gründung der Christlichen Gehörlosen Afrika Mission e.V. (CGAM e.V.) im Jahr 1996. 
    Die CGAM e.V. übernahm die Verantwortung für die Gehörlosenschulen von der Zentral Afrika Mission e.V. 

Andrew Foster